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Was glaubst Du eigentlich?

Nachricht Osnabrück, 04. Mai 2018

Die Botschaft der Bibel

„Der Herr ist wahrhaftig auferstanden! Gott hat ihn auferweckt!“ So verkünden die Jünger Jesu. Erstaunlich, denn ist es nicht immer so, dass
Bewegungen mit ihren Anführern sterben? Die Jünger machen andere Erfahrungen: Jesus ist weiterhin unter ihnen wirksam. Sie erinnern sich, wie Jesus ihnen schon zu Lebzeiten versprochen hatte, dass er zwar sterben aber dann auferstehen würde. Ist er wirklich leiblich auferstanden?

Dieses ist eine neuzeitliche Frage, die am Kern vorbeigeht. Die Evangelien wollen sie eigentlich gar nicht beantworten. Es gibt auch keine Zeugen der Auferstehung selbst. Den Schreibern des Neuen Testamentes geht es um die Botschaft, welche die Geschichte von der Auferstehung für uns hat, nicht so sehr um die Fakten. So haben wir im Neuen Testament ganz unterschiedliche Berichte von Begegnungen mit dem Auferstandenen:

Die drei Frauen am leeren Grab, die Emmaus-Jünger, Begegnung mit den Jüngern am See Tiberias und andere. Für die Jünger ist der Tod Jesu, seine Kreuzigung, nicht der Nullpunkt, sondern der Wendepunkt der Geschichte Jesu.
Seine Botschaft von der Liebe ist am Kreuz nicht zu Ende. Gott bestätigt sie, indem er Jesus nicht im Grab lässt. Die Auferstehung Jesu zeigt genau das, was auch heute Menschen immer wieder erfahren: Die Botschaft Jesu ist im Leben und im Sterben für sie bedeutsam.

Dietmar Otte

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Was brauche ich für meinen Glauben von der Kirche?

Blättere ich die Angebote der unterschiedlichen Kirchengemeinden durch, fühle ich mich manchmal – auf den ersten Blick – etwas vernachlässigt. Da gibt es Angebote für Kinder, für Jugendliche vor, während und möglichst auch nach der Konfirmation, und dann gibt es viele Angebote – und das ist auch gut so! – für Seniorinnen und Senioren. Gerade in unserer Gemeinde gibt es hier ein reichhaltiges und attraktives Programm (siehe die Seniorenakademie).

Als Erwachsene in den „mittleren Jahren“ fühle ich mich da manchmal etwas verloren. Das fing in meiner Heimatgemeinde schon nach der Konfirmation an: Als konfirmierte Jugendliche geriet die Gemeinde schnell aus dem Blick mangels weiterführender Angebote. Studierende finden bei den Ev. Studierendengemeinden oft ganz wunderbare Veranstaltungen – nur leider gehöre ich nicht mehr zur Zielgruppe. Natürlich gibt es die musikalischen Angebote, die ich dankbar annehme als Sängerin eines Kirchenchores. Auch gibt es Glaubenskurse, Bibelkurse und Hauskreise.

Aber gäbe es da nicht noch andere Möglichkeiten, wo sich Glauben und Alltag miteinander verbinden ließen und man darüber miteinander ins Gespräch käme? Sicherlich bieten die Ev. Erwachsenenbildung und Ev. Familienbildungsstätte ein interessantes Programm an, auch würden Angebote von Gemeinden gleichzeitig mit Sportvereinen, Kunst- und Kulturangeboten „konkurrieren“ und letztendlich läuft gar nichts ohne das große Engagement von einzelnen Personen, die bereit sind, sich einzubringen.

Da verstehe ich, dass es schwer ist, ein regelmäßiges Angebot auf die Beine zu stellen. In unserer Gemeinde ist da zum Beispiel der „Andere Gottesdienst“ zu nennen – ein Format, das mich anspricht und von vielen Menschen dankbar angenommen wird. Und doch würde ich mir manchmal wünschen, gerade als Erwachsene mehr als Zielgruppe wahrgenommen und angesprochen zu werden, und das nicht nur an einem Sonntag.

Corinna Küster