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Das Geheimnis der Musik

Nachricht Osnabrück, 13. November 2018

Auf ein Wort

Musik - was wären wir ohne sie! Haben Sie schon einmal Filme erlebt,
die komplett ohne Musik auskommen? Sie verunsichern, irritieren.
Ganz anders die meisten Filme: Unauffällige oder großartige Filmmusiken beeinflussen unsere Stimmung. Wer, insbesondere aus der Ü-50-Generation, kennt nicht die „Schiwago - Melodie“? Wer aus dieser Generation hat nicht, wenn er an „Bonanza“ denkt, die Melodie sofort im Ohr? Und so geht es jeder Generation mit Filmen und deren Musik. Sofort steht einem ein Lächeln im Gesicht. Oder die Tragik des Films ist wieder ganz nah.

Musik hat in unserem Leben eine besondere Bedeutung - ob wir es wollen oder nicht! Kennen Sie nicht auch die Situation, dass Sie ein Musikstück hören, und Erinnerungen, Gefühle, Bilder werden wach? „Das haben wir an meinem 18. Geburtstag rauf und runter gespielt!“ „Wenn ich das höre, sehe ich mich immer sofort im Urlaub, in Schweden. Wann war das nochmal?“

Musik spricht eine besondere Sprache. Sie berührt uns ähnlich wie ein Bild, eine Landschaft, ein Gedicht uns berühren kann … Musik kann trösten. Beruhigen. Aufwühlen. Aggressiv machen. Mut machen. Erinnerungen wecken. Übermut hervorzaubern. Lebensfreude ankurbeln. Musik kann Raum und Zeit aufheben. Der christliche Glaube und Musik sind seit eh und je verbunden. Und wer Zugang zur Musik hat, kann über sie den christlichen Glauben in einer Dimension erfahren, die „direkt ins Herz“ geht. Denken Sie an die gregorianischen Gesänge der Klöster: In
ihrer Schlichtheit liegt Tiefe und Vertrauen. Einfachheit und Glanz. In der Popmusik wurden und werden sie immer wieder aufgenommen und gehen einem bis heute „unter die Haut“.

Denken Sie an die großen Werke der Klassik: Die Bach´sche Johannespassion - Leiden und Sterben Jesu wirken durch Chor und Orchester bis in unser Innerstes. Das Brahms-Requiem - es posaunt förmlich heraus, dass die Auferstehung alles vorher Gewesene überstrahlt: „Aber des Herren Wort bleibet…“.

Für mich ist die Advents- und Weihnachtszeit untrennbar mit dem Bach´schen Weihnachtsoratorium, mehr aber noch mit den Liedern des Gesangbuches verbunden: Macht hoch die Tür… Die Nacht ist vorgedrungen… Ich steh an deiner Krippen hier… Wenn ich sie höre und singe, spüre ich die Botschaft von der Geburt Jesu. Sie geht direkt in mein Herz, und ich fühle Geborgenheit, Vertrauen, Zuversicht.
Der Glaube lebt über viele Wege - was meinen Sie?

 

Pastorin Telscher-Bultmann