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Auf ein Wort

Nachricht Osnabrück, 07. September 2018

Runter vom Sofa - Rein ins Ehrenamt

Warum machen Sie das eigentlich? Jugendarbeit
und Seniorenarbeit, Beteiligung an Gottesdiensten
und Verteilen des Gemeindebriefes? Warum tun Sie
sich das nach 40/50 Stunden im Beruf noch an?
Wäre es nicht viel bequemer auf eben jenem roten
Sofa zu liegen und zu entspannen?

Als wir die aktuellen Ausgabe zum Thema „Ehrenamt“ planten, erinnerte ich mich an eine Umfrage, die Anfang letzten Jahres in der ZEIT veröffentlicht wurde. „Fehlender Nachwuchs im Ehrenamt“ ist hiernach das größte Problem evangelischer und katholischer Kirchengemeinden. Fast jeder Fünfte von 1.000 befragten Gläubigen hatte dies an erster Stelle genannt.

Tja, liebe Leserinnen und Leser, wenn wir im Kirchenvorstand oder in der Dienstbesprechungsrunde an unsere Ehrenamtlichen denken, dann überlegen wir in der Regel, wie wir sie finden und motivieren können für ein Engagement in unserer Kirche. Denn wir wissen genau, ohne sie sind
wir keine lebendige Kirche!

Doch ich möchte einmal die Perspektive ändern. Ich möchte an dieser Stelle nicht das Suchen in den Vordergrund stellen, sondern etwas ganz anderes. Dabei geht es mir für den Moment nicht darum, wie sehr wir die Ehrenamtlichen brauchen - dazu lesen Sie später noch genug - sondern, was wir als Kirchengemeinde den Ehrenamtlichen bieten können.

Denn ich glaube, es tut dem persönlichen Wohlbefinden gut, sich in der Kirchengemeinde einzubringen. Allerdings sollte man sich genau überlegen, wo man seine Zeit investieren möchte. Investieren Sie also nicht einfach dort Ihre Zeit, weil es gerade brennt und es einfach jemand machen
muss, sondern dort, wo Sie sich wohl fühle und es Ihnen Freude macht.

Darüber hinaus hat eine Kirchengemeinde mehr zu bieten als menschliche Nähe und hoffentlich kuschelige Gemeinschaft. In Ps 73 heißt es: „Gott Nahe zu sein ist mein Glück“. Über die Gemeinschaft mit anderen
Ehrenamtlichen hinaus können wir in der Gemeinde Gemeinschaft mit Gott erfahren, ja die Nähe Gottes.

Was also bringt Ehrenamtliche dazu, sichbei uns zu engagieren? Ist nicht vielleicht gerade die Erfahrung der Nähe Gottes das Entscheidende? „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Ich wünsche mir jedenfalls sehr, dass wir
in unsrer Gemeinde Gottes Nähe an vielen Orten erleben können. In unserem Tun und Lassen, in den Gottesdiensten aber eben auch im Ehrenamt.

Hilko Danckwerts