Foto: Abrams

Chöre / Singen macht glücklich

Nachricht Osnabrück, 02. Juli 2019

Im Dokumentationsfilm „Sowas wie Glück – Eine Reise mit Anke Engelke“ war die Entertainerin 2013 dem Glück auf der Spur. Um herauszufinden, ob das Singen im Chor die Stimmung positiv beeinflussen kann, sucht sie Menschen, denen es nicht gut geht – sei es durch Krankheit oder belastende Ereignisse und Lebensumstände – und gründet den Projektchor „Chor der Muffeligen“. Begleitet wird das Projekt von einem Musikwissenschaftler, der anhand der Speichelproben der Sängerinnen und Sänger und der von ihnen ausgefüllten Fragebögen auswertet, ob sich ihr Wohlbefinden verbessert hat. Und tatsächlich: den Sängerinnen und Sängern geht es nach Abschluss des Projekts samt einem Auftritt in der Kölner Philharmonie objektiv und subjektiv besser: Singen macht also tatsächlich glücklich(er) und vermag, das Wohlbefinden zu steigern. Man sieht es den Sängerinnen und Sängern auch förmlich beim Abschlusskonzert an: Ihre Körpersprache hat sich verändert, sie schwingen im Takt mit, sie lachen und wirken insgesamt fröhlicher. Den Chor gibt es auch heute noch, nur seinen Namen hat er inzwischen abgelegt und heißt nun passenderweise „GlücksChor“. Als Sängerin in einem Kirchenchor kann ich das bestätigen. Selbst an Tagen, an denen ich mich mal zur Chorprobe aufraffen muss, weil ich gestresst oder müde bin, gehe ich nach der Probe beschwingt(er) nach Hause, oft mit einer besonders eingängigen Melodie auf den Lippen …

Sicherlich tragen mehrere Komponenten dazu bei, dass das Singen im Chor das Wohlbefinden steigert: Singen im Chor ist immer auch ein Gemeinschaftserlebnis: Jeder Einzelne trägt hier zum Klang bei, der durch die vielen Stimmen an Fülle und Ausdruck gewinnt, die sich aber auch gegenseitig stützen und dabei an Sicherheit und schließlich Musikalität gewinnen. Und dass sich die Probenarbeit gelohnt hat, ist dann direkt hörund erfahrbar. Besonders schön ist es auch, mit dem Chor bei Gottesdiensten mitzuwirken, wo Musik und Worte sich gegenseitig bereichern und gemeinsam zu einer klingenden und damit lebendigen Kirche beitragen.

Corinna Küster